Song-Ie Do © BR/Markus Konvalin

Song-Ie Do

Violoncello

Seit Juni 2015 ist Song-Ie Do Mitglied des Münchner Rundfunkorchesters.

Die Koreanerin Song-Ie Do wurde von Kritikern als „Vorzeigecellistin“ beschrieben, welche „die wichtigsten Fähigkeiten ausgezeichneter Musiker in sich vereint“. Ihre Bachelor- und Masterprüfung legte sie am New England Conservatory in Boston ab; danach erhielt sie ihr Solistendiplom an der Musikhochschule Lübeck in der Klasse von Troels Svane. Während ihrer Zeit in Boston war Song-Ie Do Stipendiatin der Gregor-Piatigorsky-Stiftung und erhielt den Presidential Distinction Award. 2010 war sie DAAD-Preisträgerin der Musikhochschule Lübeck.

Im Alter von 14 Jahren und nach nur drei Jahren Cellounterricht gab Song-Ie Do ihr Solodebüt mit dem Symphonieorchester von Seoul. Bereits im Jahr darauf spielte sie als Solistin mit dem Millennium-Kammerensemble. In den Vereinigten Staaten trat Song-Ie Do an wichtigen Veranstaltungsorten wie der Carnegie Hall, dem Lincoln Center und der Boston Symphony Hall auf. Außerdem wurde sie bei zahlreichen nordamerikanischen und koreanischen Wettbewerben ausgezeichnet.

Als leidenschaftliche Kammermusikerin war Song-Ie Do Mitglied im Conspiro String Quartet, dem Gewinner der Honors Competition 2006−2009 am New England Conservatory. Zudem musizierte sie mit namhaften Künstlern wie Anthony Marwood (Florestan Trio), Roger Trapping (ehemaliges Mitglied des Takács-Quartetts) und Mitgliedern des Peabody Trios, des Mendelssohn-Streichquartetts und des Orpheus Kammerorchesters. Von 2010 bis 2013 war sie Stellvertretende Solocellistin der Lübecker Philharmoniker.

Song-Ie Do trat bei Festivals wie dem Ravinia Music Festival, dem World Cello Congress III und dem RNCM World Cello Festival in Erscheinung und nahm an zahlreichen Meisterkursen z.B. von Yo-Yo Ma, Natalia Gutman, Peter Wispelwey, János Starker, Anner Bylsma und Philippe Muller teil.

Sie spielt seit 2009 auf einem Cello von Giovanni Battista Rogeri (Brescia, 1706).

Seit 1. Juni 2015 ist sie Mitglied des Münchner Rundfunkorchesters.

Interview mit Song-Ie Do

Der kleine Prinz - Klassik zum Staunen © Uli Neumann-Cosel

Song-Ie Do, Ihre bisherigen Lebensstationen sind Südkorea, wo sie geboren wurden, die USA und Deutschland. Wie begann es in Ihrem Heimatland mit dem Cellospiel – stammen Sie aus einer musikalischen Familie?

Ich habe im Alter von fünf Jahren zunächst mit Klavier angefangen, da meine Mutter Klavierlehrerin war. Aber es hat mir keinen Spaß gemacht, denn meine Mutter war sehr streng. Eines Tages begann sie als Hobby mit dem Cello und schlug mir vor, ebenfalls Cello zu lernen. Ich war damals zehn Jahre alt und habe sofort eingewilligt, weil ich dann nur zwanzig Minuten pro Tag üben musste – statt zwei Stunden am Klavier. Es war also keine Liebe auf den ersten Blick. Aber je mehr Zeit ich mit dem Instrument verbrachte und je mehr die Ausbildung in die Tiefe ging, desto mehr habe ich den Klang schätzen gelernt. Ich finde, er kommt der menschlichen Stimme am nächsten und ist sehr ausdrucksvoll.

Wann erblühte dann Ihre Liebe zu dem Instrument?

Schwer zu sagen – vielleicht später in den USA, mit dem Studium. Vorher dachte ich nur: Ich habe entschieden, Cello zu spielen, also muss ich meine Ausbildung konsequent weiterverfolgen. Ursprünglich hatte ich den Wunsch, Dichterin zu werden, aber meine Mutter meinte, das sei ein ganz einsames Leben …

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