Till Heine © BR/Markus Konavlin

Till Heine

Fagott
Solo

Fagottist Till Heine ist Solist im Münchner Rundfunkorchester.

Till Heine wurde in Frankfurt am Main geboren, studierte Fagott in München bei Eberhard Marschall und beendete sein Studium mit dem Meisterklassendiplom. Von 2001 bis zum Sommer 2010 war er Stellvertretender Solofagottist der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen. Seitdem spielt er als Solofagottist im Münchner Rundfunkorchester.

Till Heine war u.a. Bundespreisträger beim Wettbewerb Jugend musiziert in der Kategorie Kammermusik, erhielt verschiedene Sonderpreise und wurde 2000 mit dem 30. Ingolstädter Musikförderpreis ausgezeichnet. Während seiner Ausbildung wirkte Till Heine im Bundesjugendorchester, im Weltjugendorchester und in der Jungen Deutschen Philharmonie mit.

Er war Stipendiat der Stiftung Villa Musica Rheinland-Pfalz und erhielt 1999 ein doppeltes Stipendium der Münchener Orchesterakademie. Als Aushilfe spielte und spielt Till Heine u.a. bei den Radiosymphonie- und Rundfunkorchestern des SWR, des NDR und des BR, im Frankfurter Museumsorchester, im Münchener Kammerorchester, im Württembergischen Kammerorchester Heilbronn sowie im Ensemble Modern.

Solistisch war er bisher mit dem Münchener Kammerorchester, der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, dem Bach Collegium München und dem Münchner Rundfunkorchester zu hören. Als Lehrbeauftragter unterrichtete Till Heine an den Musikhochschulen in Mannheim und Mainz. Zurzeit ist er als Lehrbeauftragter am Leopold-Mozart-Zentrum in Augsburg in der Klasse von Karsten Nagel pädagogisch tätig.
Seit über zehn Jahren ist er mit der Entwicklung und Durchführung von Workshops zum Thema „Höchstleistung mit Leichtigkeit“ beschäftigt. Hierbei arbeitet er mit Sebastian Peschke (München) und Matthias Höfer (Frankfurt) eng zusammen.

Interview mit Till Heine

Till Heine, wie sind Sie zu Ihrem Instrument, dem Fagott, gekommen?

Ich bin sozusagen ein positives „Opfer“ von Aktionen zur Jugendbildung und Musikvermittlung. Wir hatten in der Schule ein Bläserquintett zu Gast und durften nach dem musikalischen Vortrag die Instrumente ausprobieren. Alle standen bei Flöte, Oboe, Klarinette und Horn Schlange, und ich fragte mich, wann ich denn drankomme. Keiner wollte das Fagott ausprobieren, daher habe ich das dann gemacht und festgestellt: Das ist genau mein Ding! An der Schule gab es glücklicherweise Fagotte zum Ausleihen – und an der Musikschule eine fantastische Fagottlehrerin. So kam es, dass ich mit zwölf Jahren sowohl das passende Instrument als auch den entsprechenden Unterricht bekam und sofort den richtigen Weg einschlagen konnte. Später, nach weiteren Fördermaßnahmen wie zum Beispiel bei Jugend musiziert, kam ich ins Bundesjugendorchester, und damit ging ein Tor für mich auf: In der Welt, die ich auf diese Weise betreten hatte, wollte ich gerne bleiben.

Sie haben auch im Weltjugendorchester mitgespielt. Was hat es damit auf sich?

Das war eine Einrichtung von Jeunesses musicales, und tatsächlich waren dort Jugendliche aus der ganzen Welt versammelt. Heute gibt es das in dieser Form leider nicht mehr. Ich konnte als 20-Jähriger an drei Arbeitsphasen teilnehmen. Wir waren zum Beispiel in Verbier, wo ich einige Künstlerpersönlichkeiten kennengelernt habe, die mir später wiederbegegnen sollten − zum Beispiel der Dirigent Antonio Pappano oder auch Bobby McFerrin, der mehrfach beim Münchner Rundfunkorchester gastierte. Ich erinnere mich auch an den jungen Daniel Harding. Er spielte damals noch Trompete, hat sich aber schon fürs Dirigieren interessiert und konnte dann ein Konzert im Concertgebouw in Amsterdam leiten.

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