Malgorzata Stefaniak © BR/Markus Konavlin

Malgorzata Kowalska-Stefaniak

Viola

Malgorzata Kowalska-Stefaniak ist Bratschistin im Münchner Rundfunkorchester.

Malgorzata Kowalska-Stefaniak wurde 1966 in Gdansk (Danzig), Polen geboren. Mit sechs Jahren erhielt sie den ersten Geigenunterricht, mit zwölf Jahren stieg sie auf Bratsche um. 1985 legte sie in ihrer Heimatstadt am Musikgymnasium die Abiturprüfung ab und feierte mit dem Zweiten Preis im Allgemeinpolnischen Bratschenwettbewerb einen ersten großen Wettbewerbserfolg. Im selben Jahr nahm sie an der Akademie für Musik in Gdansk bei Irena Albrecht ihr Violastudium auf, das sie 1988 abschloss. In den folgenden drei Jahren vervollkommnete sie ihre Ausbildung an der Hochschule der Künste in Berlin sowie an der Hochschule für Musik und Darstellende Künste Heidelberg-Mannheim bei Wolfram Christ.

Von 1991 bis 1994 gehörte Malgorzata Kowalska-Stefaniak dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR an; anschließend wechselte sie ins Münchner Rundfunkorchester.

Interview mit Malgorzata Kowalska-Stefaniak

Malgorzata Kowalska-Stefaniak, Sie wurden in Danzig (Polen) geboren und haben dort schon an der Schule eine musikalische Ausbildung erhalten. Wie lief das ab?

Ich hatte zwölf Jahre, also von Beginn an, Unterricht in ein und demselben Gebäude, und schon die Grundschule war eine sogenannte Musikschule. Allerdings haben aus meiner Klasse nur drei von Anfang bis Ende durchgehalten: mein späterer Mann Piotr Stefaniak [Kontrabassist im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks], eine Freundin, die heute im Warschauer Kammerorchester spielt, und ich. Man muss eben dranbleiben, wenn man ein Instrument lernt. Und diese Ausdauer haben nicht viele. Aber mein Mann und ich haben uns gegenseitig unterstützt. Als wir im Gymnasium waren, hat er immer gesagt, er trifft sich nur mit mir, wenn ich drei Stunden geübt habe. Das habe ich dann auch getan.

Wie war der Tagesablauf?

Vormittags, zwischen Fächern wie Mathematik, Chemie oder Englisch, hatten wir auch Gehörbildung, musikalische Formenlehre und Musikgeschichte. Am Nachmittag war der Instrumentalunterricht: zwei Stunden pro Woche, ein Hauptinstrument und Klavier. Einmal pro Halbjahr mussten wir ein benotetes Prüfungsvorspiel absolvieren: je nach Alter eine halbe oder eine ganze Stunde und am Ende der Schulzeit ein Recital von eineinhalb Stunden in der großen Aula. Manchen Kindern liegt das gar nicht, andere wiederum üben zwar nicht so gern, aber stehen mit Begeisterung auf der Bühne. Solch ein Kind war ich!

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