Ionel Craciunescu © BR/Markus Konavlin

Ionel Craciunescu

2. Violine

Ionel Craciunescu ist seit 1987 Mitglied in der Stimmgruppe der Zweiten Geigen im Münchner Rundfunkorchester.

Ionel Craciunescu wurde am 12. Dezember 1959 in Bukarest geboren und besuchte von 1966 bis 1978 Grundschule und Gymnasium „George Enescu“ in seiner Heimatstadt. Im Anschluss wechselte er ans Konservatorium Ciprian Porumbescu und schloss das Studium mit der Künstlerischen Reifeprüfung ab.

1982 trat Ionel Craciunescu dem Philharmonischen Orchester „George Enescu“ bei (Erste Geige). Als Mitglied des Georgescu-Streichquartetts erhielt er Erste Preise beim nationalen Musikwettbewerb in Cluj 1983 und in Iaşi 1985. 1986 wechselte Ionel Craciunescu in die Position des Vorspielers der Zweiten Geigen in der Philharmonie Essen.

Seit September 1987 ist er Mitglied in der Stimmgruppe der Zweiten Geigen im Münchner Rundfunkorchester. Daneben engagiert er sich in Konzertauftritten mit verschiedenen Kammermusikensembles.

Interview mit Ionel Craciunescu

Ionel Craciunescu, Sie sind in Bukarest geboren und aufgewachsen. Welche Erinnerung haben Sie an die Ausbildung in Ihrer Heimatstadt?

Die Jahre bis zum Abitur waren die schönste Zeit in meinem Leben. Ich habe am Musikgymnasium sehr gute Lehrer gehabt – ebenso später am Konservatorium. Dort war ich Schüler von Modest Iftinchi, einem der wichtigsten Violinpädagogen Rumäniens, der auch Violinschulen geschrieben hat und als Solist im In- und Ausland aufgetreten ist. Die Geigerin Silvia Marcovici, preisgekrönte Solistin und heute Professorin in Graz, hat ebenfalls bei ihm studiert. Während andere Lehrer eher das Musikalische in den Vordergrund stellten, legte Modest Iftinchi sehr viel Wert auf die Technik; das war sehr wertvoll für mich. Nach dem Studium wurde ich Mitglied im Philharmonischen Orchester George Enescu in Bukarest und in einem symphonischen Ensemble in Constanța (Konstanza), bevor ich nach Deutschland kam.

Haben Ihre Eltern Sie zur Violine gebracht?

Ja, die Musik ist bei uns Familientradition. Mein Vater war freiberuflicher Pianist und ist mit einem Ensemble unter anderem in Japan, China und Amerika aufgetreten. Ein Onkel von mir war Geiger, ein anderer Verwandter ebenfalls – er war Stimmführer der Zweiten Violinen in Heidelberg. Meine Mutter hat mich immer wie ein Motor zum Üben angetrieben. Ohne sie wäre ich nicht Berufsmusiker geworden; überhaupt war sie eine der wichtigsten Personen in meinem Leben. Musiker zu sein, ist ein unglaublich schöner, aber auch schwieriger Beruf, und man muss früh anfangen: Ich habe mit fünf Jahren begonnen. Es war von Anfang an klar, dass ich Profimusiker werden würde, aber zunächst fand ich das Geigenspiel ziemlich kompliziert: Die linke Hand macht etwas anderes als die rechte, und der Kopf muss alles steuern. Doch ich wusste: Eine andere Chance habe ich nicht! (lacht)

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