Christiane Dohn © BR/Markus Konavlin

Christiane Dohn

Flöte
Solo

Christiane Dohn ist Erste Soloflötistin im Münchner Rundfunkorchester.

Die in Ludwigsburg geborene Christiane Dohn begann im Alter von 13 Jahren mit dem Querflötenunterricht, den sie von ihrem Vater, dem Soloflötisten des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart, erhielt. Dieser war zugleich Dozent und blieb auch ihr Lehrer, als die Musikerin an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart das Flötenstudium aufnahm.

Seit 1992 gehört sie dem Münchner Rundfunkorchester an: zunächst als Stellvertretende, seit 1993 als Erste Soloflötistin. Darüber hinaus wirkte sie u.a. als Aushilfe beim Heilbronner Kammerorchester und bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen mit. Neben solistischen Aufgaben beim Münchner Rundfunkorchester spielte sie Kammermusik in verschiedenen Besetzungen z.B. mit dem Consortium Classicum, wobei auch Rundfunkaufnahmen entstanden.

Interview mit Christiane Dohn

Christiane Dohn, Sie wurden von Ihrem Vater Robert Dohn (1936-2015), ehemals Soloflötist im Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, im Querflötenspiel unterrichtet. War von Anfang an klar, dass Sie dasselbe Instrument lernen wollten wie er?

Ich habe ja zuerst Blockflöte gespielt, wie fast alle Kinder, und mit 13 Jahren zur Querflöte gewechselt. Einige haben mich natürlich schon gefragt, ob ich zu „faul“ war, mir etwas eigenes zu suchen. Aber bei uns zu Hause gab es eben immer schon Querflöten. Ich hatte den Klang im Ohr und habe nie den Wunsch verspürt, zum Beispiel Oboe oder ein Streichinstrument zu lernen. Es hat einfach gepasst.

Wie war es, beim eigenen Vater Unterricht zu haben und auch bei ihm zu studieren?

Viele Musiker sagen, dass das bei ihnen nicht funktioniert hätte. Und meine zwölfjährige Tochter lernt tatsächlich Querflöte bei einer Lehrerin an der Musikschule; ich mische mich da gar nicht ein. Aber bei mir ging es. Ich hatte immer großen Respekt vor meinem Vater, und als klar war, dass ich Berufsmusikerin werden wollte, kam der entsprechende Ehrgeiz dazu. Mein Vater hatte eine Klasse an der Stuttgarter Musikhochschule, und ich habe gesehen, wie viele Studenten bei ihm Unterricht haben wollten. Es wäre wirklich ungeschickt gewesen, wenn ich die Chance nicht ergriffen hätte. Er wollte mich wohl auch nicht »hergeben«; mit der Höchstpunktzahl beim Vorspielen hätte ich sicher genauso zu einem anderen Dozenten gehen können.

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