Alexandre Vay © BR/Markus Konavlin

Alexandre Vay

Violoncello
Stellv. Solo

Alexandre Vay ist Stellvertretender Solocellist im Münchner Rundfunkorchester.

Alexandre Vay studierte am Conservatoire national supérieur musique et danse in Lyon bei Yvan Chiffoleau und an der Hochschule für Musik Karlsruhe bei Martin Ostertag, wo er auch die Solistenklasse absolvierte. Zudem besuchte er Meisterkurse u.a. bei János Starker, Anner Bylsma, Steven Isserlis und Wolfgang Boettcher. Mit dem Pianisten Dimitri Papadopoulos nahm er 2014 sämtliche Sonaten für Violoncello und Klavier von Beethoven auf. Jedes Jahr geht das Duo auf Tournee durch Thailand; auch gibt es regelmäßig Meisterkurse ebendort, in Honduras und Frankreich.

2017 spielte Alexandre Vay gemeinsam mit Doren Dinglinger (Violine), Tony Nys (Viola) und Daniel Blumenthal (Klavier) Kammermusik von Richard Strauss auf CD ein. Außerdem hat er zahlreiche Rundfunkaufnahmen bei deutschen und französischen Sendern realisiert. Seit 2009 ist Alexandre Vay Künstlerischer Leiter der Kammermusikakademie von Trouville-sur-Mer (Frankreich).

Er spielt ein modernes Cello von Ersen Ayçan.

Interview mit Alexandre Vay

Alexandre Vay, Sie stammen aus Le Mans im Nordwesten Frankreichs. Wie kamen Sie zum Violoncellospiel?

Meine Eltern sind beide Pianisten, also habe ich im Alter von vier Jahren ersten Klavierunterricht bei meinem Vater bekommen. Mit sieben sollte ich dann selbst entscheiden, welches Instrument ich spielen möchte. Es sollte ein anderes sein als das meiner Eltern; wahrscheinlich wollten sie, dass ich meinen eigenen Weg finde. Ich habe mich beinahe sofort für das Cello entschieden. Sein warmer Klang und das Repertoire – als Erstes die Suiten von Johann Sebastian Bach – haben mich sehr fasziniert. Ich habe auch nie von einem anderen Beruf als dem des Cellisten geträumt. Mein Held war Mstislav Rostropowitsch.

Wie ging es weiter mit Ihrer Ausbildung?

Ich bin mit vierzehn weg von zu Hause und habe das Musikgymnasium in Angers besucht. Mein Lehrer dort war unter anderem Schüler von André Navarra, einem wichtigen Vertreter der französischen Schule; er kannte auch Yvan Chiffoleau, Professor am Conservatoire national supérieur in Lyon. Bei ihm habe ich dann studiert, allerdings relativ kurz, denn ich fand am Konservatorium als Institution nicht das, was ich erwartet hatte. Gemeinsam haben wir entschieden, dass ich schon nach drei Jahren meinen Abschluss mache. In dieser Zeit erhielt ich meine erste Einladung nach Deutschland für einen Auftritt mit Klaviertrio in der Alten Aula der Universität Heidelberg; davor hatten wir Unterricht bei dem Geiger Ulf Hoelscher an der Musikhochschule in Karlsruhe, das hat mir sofort gefallen. Ich hatte das Gefühl, dieses System passt viel besser für mich. Dank eines ERASMUS-Stipendiums bekam ich die Chance, bei Martin Ostertag in Karlsruhe zu studieren und auch die Solistenklasse zu absolvieren. Er hat mir nicht nur als Cellist, sondern insgesamt als Künstler viel vermittelt. Doch ich wollte den Kontakt nach Frankreich nicht verlieren, bin gependelt und habe zusammen mit dem Pianisten Dimitri Papadopoulos als Duo auch einen Masterabschluss für Kammermusik in Lyon gemacht.

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